Vanlife, was ist dran am leben im Campervan?

Vanlife, was ist dran am leben im Campervan?

Das Wort Vanlife ist in aller Munde, alle Sprechen darüber und auch die sozialen Netzwerke sind voll mit den Tollen Bilden. Aber ist das Vanlife echt so ein Lebensgefühl wie es immer beschrieben wird? Durch unsere Recherche sind wir auf viele Artikel gestoßen und auch auf die all so tollen Bildern. Menschen vor ihrem Van in Badanzügen und tollen Landschaften mit einem Strahlenden lächeln im Gesicht. Es scheint als sei die Welt des Vanlife eine andere, eine Ruhige ja, schon fast als würde die Zeit still stehen. Aber wie wir erfahren mussten, ist die Realität alles andere als Entspannt und Ruhig.

Der Eindruck trübt die Realität des Vanlife

Wir hatten die Möglichkeit mit Menschen zu sprechen die eben mit Ihrem Van, das Autark Camping in vollen Zügen ausüben. Allein durch viele Fragen unserer Seite wurde uns schnell klar, das die Realität ganz anders ist. Klar ist aber auch zu sagen, das es Menschen gibt die das Vanlife leben und Lieben und das mit allen Tücken und Pannen. Es sind aber wenige die eben genau das auch weiter führen wollen.

Thomas erzählte uns, das der Ausbau seines Van mehr Spaß gemacht hat, als das darin Schlafen und Wohnen. “Ihr glaubt nicht, wie schwer es ist, sich nicht gegenseitig auf die Nerven zu gehen“. “Die meisten Bilder sind gestellt und das Leben auf Tour, ist nicht das was sie Vermitteln”. Es sind nur einige Aussagen die Thomas uns entgegen gebracht hat. Er hat vom Leben im Campervan die nasse voll und es war das schlimmste was er je machen konnte.

Thomas war mit seiner Freundin 3 Monate im Campervan Unterwegs, es gab, so wie er uns erzählte Höhen und Tiefen. Nach nur 10 Tagen waren aber die Tief mehr vertreten als das Hoch, neben Pannen und schlechten Schlafplätzen kam noch hin zu das sich Thomas und seine Freundin nur noch stritten. Ihr Plan war es eigentlich 12 Monate im Van zu leben, aber nach 3 Monaten war Schluss. Nicht nur mit dem Vanlife, auch mit der Beziehung. Seine Meinung ist noch immer, dass das leben im Campervan eine Beziehung beenden kann.

Es sind die Eindrücke auf den Bildern die Thomas dazu bewegen mit seiner Freundin dieses Abenteuer auch zu erleben. Andere Länder, neue Abenteuer, jeden Tag ein anderer Ort. Beide haben sich auf das Abenteuer gefreut, aber schon die ersten Stellplätze waren ein Horror. “Besonders die anderen, sind echt schlimm. Die meisten können sich einfach nicht benehmen”. “Die schönen Plätze, die man aus den Bildern kennt, sind Vermüllt und voll mit Exkrementen“. Auf unsere Frage, wie es denn mit der Hygiene stattfand, lachte er und sagte “da muss man sich schon auf das minimal beschränken, man hat ja nicht unendlich an Wasser”.

Duschen ging eben nur an Schlafplätzen wo man allein war, wir hatten ja nur eine Außendusche oder, wenn man auf einem Campingplatz war. Einmal haben wir an einem Stellplatz mit unsere Außendusche geduscht. In Bade Hose und meine Freundin im Bikini. Von anderen kamen schnell Sprüchen von wegen, “mit dir würde ich auch Duschen oder noch schlimmer ausdrücke”. Ich muss zugeben, es sind nicht alle so aber zu 90% der Menschen die mit ihrem Van unterwegs sind, sind Abartig oder einfach nur Pervers.

Denken denn alle so über das Vanlife?

Auf unserem Weg der Recherche sind wir auf John und Marlene getroffen, beide leben seit 15 Jahren in Ihrem Van. Der Van hat auch schon einiges an Kilometer gesehen. Stolz zeigt uns John seinen VW LT den er damals als Neuwagen gekauft hatte um ihn selbst auf seine Bedürfnisse aus zu bauen. John hat jede freie Minute damit verbracht, seinen Van für sich und seine Frau zu perfektionieren. Die beiden scheinen mit ihrer Entscheidung glücklich zu sein. So fragen wir John und Marlene, was sie in den Jahren Erlebt haben und wie sie die Aussage von Thomas bewerten.

John überlegt nicht lange und trifft die Aussage: “Leben im Van ist eben nichts für weich Eier, man kann sich auch manchmal schon anstellen”. “Sicher haben wir auch den ein oder anderen komischen Typen getroffen, dann muss man ihm klar machen. Das es grenzen gibt”. “Das Müllproblem, war früher nicht so, es sind die neuen denen die Natur egal ist“. “Und Arschlöcher, hat man überall auf der Welt.”

Das Pfeifen, des Teekessel unterbricht unser Gespräch, es gibt einen schönen Kaffee den uns Marlene zubereitet hat. Für genau diesen Moment scheint die Welt still zu stehen. John genießt die Ruhe und die Natur. “Hört ihr das?” Wir fragen was er meint. “Na die Ruhe, die Vögel, die Natur. Das ist es was das leben im Campervan so schön macht.” Aber habt ihr denn keinen Gedanken daran, irgendwann in eine Wohnung zurück zu kehren? Marlene schaut lächelnd zu John und Sagt “Die einzige Wohnung, die wir in unserem leben beziehen, ist die unter der Erde.” Irgendwie scheinen die beiden mit ihrem leben im Campervan glücklich zu sein.

Das Abenteuer, einfach mal selbst erleben?

Es würde keinen Sinn machen, wenn wir uns jetzt für ein paar Tage einen Campervan mieten um dann das Vanlife selbst zu erleben. Um es selbst erleben zu können müssten wir es auch über mehrere Wochen oder sogar Monate machen. So müssen wir also noch jemanden finden, der noch eine Meinung zum Thema Vanlife hat. Doch das stellst sich nun mehr als schwer heraus. Es scheint sich wohl unter den Campervan-Liebhabern herum gesprochen zu haben, das wir über das Thema recherchieren. Viele scheinen wohl doch eher im Verborgenen bleiben zu wollen. Aber warum? Haben die meisten doch etwas zu verbergen oder wollen sie die Community nicht mit ihrem Nahmen in den Treckziehen?

Auf einem Campingplatz Sehen wir einen Offroad Van, der uns sofort in das Auge fällt. Wir gehen also auf dem Besitzer zu, sprechen mit ihm Über das Fahrzeug. Nach einigen Gesprächen, bekommen wir die Chance mit Philip über seine Erlebnisse im Vanlife zu sprechen. Philip verbringt jede freie Minute in seinem Campervan oder ist jedes Wochenende auf Tour. Wie fragen Ihn wie er das ganze sieht.

“Ich würde mich nicht in die Community, Vanlife einordnen. Ich mache es eher, weil es mir spaß macht einfach mal Minimalistisch zu leben.” Auf die Frage nach seinen schlimmsten Erlebnissen, kommt ein Lächeln und ein Kaputter Finger den er uns Zeigt. “Mein schlimmstes Erlebnis war ein Kupplungsschaden im Nirgendwo. Ja dabei habe ich mir den Finger so sehr gequetscht das er abgenommen werden musste.” Wir sprechen ihn auf andere an, die er auf seinen Touren Trifft. “Die meisten sind okay, man kommt schnell ins Gespräch, klar gibt es den ein oder anderen der eben nicht ganz normal ist. Perverse anfragen hatte ich noch keine, auch meine Freundin, wenn sie mit auf Tour ist nicht. Aber ich denke es kommt eben auch auf die Gegend an, in der man Unterwegs ist.”

Ist die Aussage von Thomas doch etwas weit her geholt? Ist er doch etwas zu Sensibel? Wir fragen Philip, wie es denn mit der Beziehung zwischen ihm und seiner Freundin auf Tour ist? “Es ist als wären wir zu Hause, klar manchmal entwickeln sich Spannungen zwischen uns. Aber dann heißt es für uns anhalten, Kaffee Trinken und Tief luft holen. An Trennung haben wir noch nie gedacht, nur weil ein Tag mal schwer ist oder der Tag nicht so ist wie man es sich denkst. Schlimm ist es immer wenn, etwas kaputt geht, aber auch da lassen wir es nicht an uns aus.”

Wir lassen Philip zurück und verspüren jetzt doch selbst die Lust mit einem Campervan los zu ziehen. Wir könnten uns jetzt einen Van mieten der von einem Namenhaften Hersteller ist, aber genau das wäre doch nicht das gleich oder? Also versuchen wir über verschiedene Anzeigenportale einen Selbst Ausgebauten Van zu mieten. Es gestaltet sich als schwerer als wir dachten. Nach 2 Monaten meldete sich dann Anna bei uns. Sie lud uns nach Würzburg Ihrer Heimatstadt ein um uns Ihren Van zu präsentieren.

Frauen im Vanlife?

Wir lernten also Anna in Würzburg kennen, Stolz präsentierte sie uns Ihren “Alfred” so hat sie Ihren Campervan genannt. Die Basis ihres Fahrzeugs ist ein VW Crafter als Kastenwagen mit all Rad Antrieb. Als wir ihn sahen war unser erster Gedanke, okay, sie hat großes vor. Sie erzählte uns was der Van alles zu bieten hat und das eben den Ausbau ihr Vater nach ihren Vorstellungen gemacht hat. Der Crafter hat 3 Solarzellen auf dem Dach die die Stromversorgung für den Wohnbereich sichern. Als Speicher dienen 4 120 Ah Batterien. Der Frischwassertank bietet eine Kapazität von 100 Liter, warm Wasser und Heizung ist im Van integriert.

Der Crafter hat gerade mal 20.000 Km gelaufen, also fast neu. Als wir fragten was sie schon erlebt hat auf ihren 20.000 Km überlegt sie nicht lange. “Eigentlich nie etwas schlimmes, im Gegenteil, viel Hilfe wenn mal etwas nicht Funktioniert. Aber ich suche mir auch mehr die Plätze wo ich allein bin, ich liebe die Ruhe.”

Sie erklärt uns die Technik und wie diese zu bedienen ist und wünscht uns schöne 3 Tage. Wir glauben es nicht, wir sind also mit einem Selbst gebauten Campervan unterwegs. Die Spannung ist groß auch das was wir erleben werden. Aber damit wir etwas erleben können, machen wir uns in diversen Foren und Communitys schlau wo denn die Freiheitsliebenden stehen. Unser Ziel ist nun Klar, wir nehmen einen der Vanlife Hotspots in Deutschland und begeben uns auf den Weg dahin.

Voller Spannung und nicht wissend was auf uns zu kommt, kommen wir an. Ein Wanderparkplatz mit einem kleinen See, nicht weit entfernt ist auch ein Campingplatz, aber wir entschließen uns hier zu bleiben. Als wir nun einen Platz gefunden haben, stehen schon 6 Vans auf dem Parkplatz. Schräg gegen über von uns ist eine Familie mit 2 Kindern. Die es sich hier auch für die Nacht gemütlich gemacht haben. So kommen wir auch mit Marcel und Tanja ins Gespräch.

Vanlife mit Familie?

Wir fragen die beiden, wie es denn ist als Familie im Campervan. “Wir kennen nichts anderes, Marcel und ich haben uns so kennen und lieben gelernt. Das Erlebnis Campervan selbst zu erleben.” Auf unsere Frage ob es als Familie nicht gefährlich ist, in einem Campervan autark zu Stehen. Schaut Marcel sich um und sagt.

“Schaut doch mal, wir sind doch nicht allein, es gibt noch andere und zu dem darf man die Angst auch nicht zu sehr an sich ran lassen. Dann sollte man sich in Watte einpacken und im Bett bleiben.” Auch fragen wir nach den Erlebnissen die die Familie schon hatte. “Also uns ist bis jetzt noch nie etwas schlimmes, passiert. Die meisten sind an ihren Campervan und wollen eigentlich ihre ruhe. Alle die die eben keine ruhe wollen Fahren auf einen Campingplatz.”

Wie oft seit ihr mit eurem Van unterwegs? “Wenn es klappt jedes Wachende, aber mindestens alle 14 Tage. Wir genießen es und wollen es auch nicht missen. So gönnen der Familie wieder ihre Ruhe, und ziehen uns auf wieder zu dem Campervan zurück. Wir setzen uns vor dem Van und genießen unseren ersten Kaffee in freier Natur. Wir beobachten die Familie noch etwas und merken schnell das sie mit dem was sie tun glücklich sind.

Eigentlich sehen alle Glücklich aus, die hier auf diesem Waldparkplatz stehen. Eine ruhige und gemütliche Atmosphäre. Man fühlt sich so schnell Wohl und weiß die Stille zu genießen. Wir entschließen uns dazu, einmal über diesen Parkplatz zu laufen um zu sehen, wo die ganzen Leute ihren Müll lassen. Wir sind überrascht, das wenig Müll im Umkreis des Platzes liegt, wir müssen schon genauer zu schauen um Müll zu finden. Aber richtige Müllberge sind Fehlanzeige.

Die erste Nacht

Der Abend bricht an und wir begeben uns in den Van zum schlafen, durch die Aufregung die wir noch in uns haben. Können wir nur schlecht einschlafen. Aber die Ruhe ist himmlisch, man hört rein nichts, auch von den anderen Campervans ist nichts zu hören. Die Nacht verläuft sehr ruhig und der Nächste Morgen hält klänge für uns bereit die wir nicht kannten.

Wir wurden mit Vogelgesang geweckt, das Zirben von Grillen. So möchte man doch immer aufwachen. Ich einschließe mich nun, da ja alle anderen Campervan Besitzer auch wach sind, die Außendusche zu benutzen. Es interessiert keinen, im Nachbar Van, duscht eine Frau im Bikini und keinen Interessiert es. So langsam machen uns die Aussagen von Thomas Skeptisch. Am Mittag entscheiden wir uns, auf den Campingplatz zu Fahren um einen vergleich zum Vanlife zu ziehen.

Campingplatz ist was ganz anderes

Wir melden uns an der Rezeption an und bekommen einen Platz zugewiesen wo wir die Nacht verbringen können. Wir stehen zwischen Wohnmobilen und Wohnwagen. Die anderen Schauen skeptisch auf den Van von Anna. Zwischen uns und einem anderen Wohnmobil sind gerade mal 3 Meter platz. Wir richten uns also ein und setzen uns mit unserem Kaffee vor den Van. Es kommt uns so vor als wären wir hier Exoten, jeder der vorbei Läuft schaut uns komisch an. Der Herr dem das Wohnmobil neben uns gehört, kommt mit Kurze Hose und freien Oberkörper auf uns zu und meint. “Hat denn das Geld für ein richtiges Wohnmobil nicht gerecht?” Etwas erschrocken von der Aussage, entschließen wir uns erst einmal nichts zu sagen. Der Herr wendet sich seinem Wohnmobil wieder zu, hat aber immer einen Blich auf uns und was wir tun.

Der Platzwart des Campingplatzes läuft hier alle 3 Stunden seine runde, der Herr nutzt die Zeit natürlich auch gleich um ihn auf uns Aufmerksam zu machen. Der Platzwart, tritt also an uns her an und fragt nach der Gasprüfung und das eine Pflicht ist. Wir erklären ihn wie der Van Funktioniert und das der Kocher eine hat. Somit ist die Sache für den Platzwart erledigt.

Ich denke das wir uns Unwohl gefühlt haben, muss ich an der Stelle wohl nicht erwähnen. Die Uhr zeigt nun Mittlerweile 21 Uhr an und wir entschließen uns die Nachtruhe an zu treten. Wir erinnern uns an dem Parkplatz wo wir die Nacht zu vor gestanden haben, die Ruhe die wir da genossen haben. War hier weg, lautes Gelächter, Musik erhalt die Nacht. An schlaf und Ruhe ist nicht zu denken. Erst um 3 Uhr in der Nacht kehrt so langsam Ruhe ein. So das wir auch schlafen konnten.

Allerdings war die Nacht um 6 Uhr schon wieder vorüber, die ersten Frühaufsteher mit Klapper-Fahrräder und anderer Lärm. Reist uns aus dem Schlaf. Völlig verpeilt von der Nacht und den wenigen Schlaf, gibt es Kaffee. So wie wir den Sicheren Raum des Van verlassen haben. Macht sich das ausmaß an Krach erst richtig bemerkbar. Da wir darauf auch keine richtige Lust haben, entschließen wir uns ab zu reisen. Um uns dann einen Ruhigeren Fleck für unser Frühstück zu suchen.

Nach dem Frühstück ging es zurück nach Würzburg, Anna wollte ja Ihren “Alfred” wieder zurück haben. Glücklich Strahlte sie als sie ihren Campervan unversehrt und an einem Stück zurück bekam.

Vanlife ist was du daraus machst

Es ist also nicht immer so wie man es hört, sicher haben wir bei unseren Versuch auch den Falschen Campingplatz gewählt, aber zum Unterschied müssen wir sagen. Das dass Vanlife schon ein schönes Abenteuer sein kann, wir haben nette Menschen getroffen, schöne Gespräche geführt. Den noch gibt es eben solche und solche Menschen. Es wäre unfehr alle über einen Kamm zu scheren.

Was sind denn eure Erfahrungen mit Vanlife und Campingplatz? Schreibt eure Meinung in die Kommentare oder Besucht unser Forum.

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